Gründe werden alt: Ich miste mein Business aus

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Marion Lindert

Ich räume gern meine Regale und Kästen aus. Leere Regale finde ich gar nicht so schön. Ich mag aber den Moment danach, wenn ich alles neu einräumen darf. Am Ende bleibt, was ich wirklich brauche und was mir Freude macht, und plötzlich ist wieder Luft da.

In meinem Business habe ich das lange nicht gemacht. Auf meiner Ideenliste stehen Punkte, die ich einmal mit viel Begeisterung notiert habe. Jedes Mal, wenn ich sie sehe, fragen sie mich leise: „Wann machst du mich endlich fertig? Wann darf ich auch endlich raus?“ Manche warten schon seit Jahren geduldig.

Keine davon war ein Fehler. Alles hatte irgendwann einen guten Grund. Aber Gründe werden alt, und das ist in Ordnung.

Deshalb räume ich jetzt auf. Ich bin dankbar für das, was mir all die Dinge gebracht haben, und neugierig darauf, was danach Platz findet.

Was sich angesammelt hat

In den vielen Jahren ist einiges zusammengekommen: Verschiedenste fertige und unfertige WordPress-Artikel, Vorlagen für Carousels und Reels, Plugins, Angebote, Abos und Tools, Mitgliedschaften, Social-Media-Kanäle, Fotos, Videos, Inspirationsmaterial, Kurse, Checklisten, Anleitungen, Mitschriften, Bücher, Konzepte für Online-Kurse und vor allem sehr viele Ideen.

Digital braucht das kaum Platz. Es kostet trotzdem Speicher, Strom und Geld. Vor allem belegt es Platz im Hinterkopf.

Warum Ausmisten wehtut

Viele misten ungern aus, weil sie einmal Geld für etwas ausgegeben haben. Ich höre das immer wieder. Kaufen fällt leichter als Weggeben. Das kann ich nachvollziehen. Mit jedem Kauf besitzt du etwas, das dir nützen kann. Gibst du es weg, fühlt es sich an, als würdest du ein Stück von dir selbst weggeben und dich damit schwächen. Ich verstehe das.

Schmerzhafter finde ich es aber, ewig etwas mitzuschleppen, das ich nicht brauche. Ich lebe jetzt. Ich will nicht für ein „vielleicht irgendwann“ Ballast anhäufen und mir dafür heute den Alltag schwerer machen.

Klingt streng? Keine Sorge. Ich habe genug Dinge ohne praktischen Nutzen, die mir einfach gefallen. Das ist Nutzen genug. Damit sie wirken und mir eine Freude bereiten können, brauchen sie aber Raum.

Drei Fragen

Was nützlich ist, entscheidet jede:r anders. Mir ist es egal, welche Farbe mein Auto hat. Hauptsache, es ist verlässlich und passt in jede Parklücke unserer Siedlung. Dir ist vielleicht etwas ganz anderes wichtig. Deshalb gibt es bei mir keine Liste, was bleiben darf. Es gibt drei Fragen:

  • Wofür? Warum habe ich das? War es eine bewusste Entscheidung oder „weil man das halt hat“?
  • Was bringt es? Kund:innen, Umsatz, Ruhe oder Freude? Auch Freude ist ein guter Grund.
  • Was kostet es? In Euro und in Stunden.

Danach entscheide ich: behalten, vereinfachen oder streichen. Nichts davon ist falsch.

Was ich bisher entschieden habe

WordPress bleibt. Es braucht viel Wartung, aber ich schreibe gern, ändere die Artikel hin und wieder und dafür brauche ich einen Blog. Aber ich habe mehrere Mitgliedschaften gekündigt die mir mittlerweile weniger eingebracht haben als ich für sie aufgewendet habe. So habe ich heuer bereits über 800 Euro eingespart ohne dass mir irgendetwas fehlt.

Am schwersten fällt mir das Ausmisten allerdings nicht bei den Dingen, sondern bei den Ideen. Viele Ideen davon finde ich immer noch großartig, aber sie erfüllen keinen Sinn mehr.

Auch hier auf meiner Website wird sich in nächster Zeit einiges verändern. Manche Artikel werden gelöscht, andere überarbeitet. Ich freue mich jetzt schon darauf, wie es danach aussieht.

Was daraus wird: mein neues Angebot

Beim Aufräumen habe ich viele alte Bekannte wiedergetroffen: Tools, die mich durch eine stressige Zeit getragen haben, und Abos, die mir einmal genau das gegeben haben, was ich gebraucht habe. Sie haben ihren Job gut gemacht. Nur haben sich meine Bedürfnisse verändert, und manche von ihnen sind einfach geblieben, ohne dass sie mir jetzt etwas nutzen.

Dabei ist mir klar geworden: Je bewusster ich etwas hole, je genauer ich also weiß, wozu ich das Ding gekauft habe, desto leichter kann ich es später auch wieder ziehen lassen.

Genau dabei möchte ich dich in Zukunft begleiten, und zwar auf zwei Wegen:

  • Ausräumen: Wir gehen gemeinsam durch, was sich in deinem Business angesammelt hat, also Marketingmaterialien, Tools, Abos, Plugins und Kanäle, hinterfragen deren Nutzen und überlegen uns Alternativen. Du entscheidest, was bleibt, was einfacher geht und was weg darf.
  • Vorher hinschauen: Bevor du einen Shop erstellst, dir das nächste Tool kaufst oder ein Abo abschließt, prüfen wir, ob du es wirklich brauchst. Oft hast du schon etwas, das denselben Job erledigt.

Das Ziel ist kein leeres Business, sondern eines, in dem du gern arbeitest und das Platz hat für das, was dich jetzt weiterbringt.

Dein erster Schritt

Du musst nicht gleich dein ganzes Unternehmen durchgehen. Fang mit einer Sache an: deinen Abos. Nimm deinen Kontoauszug und schick jedes Abo durch die drei Fragen. Vielleicht findest du mehr, als du denkst. Und wenn du merkst, dass du das nicht allein durchgehen willst: Melde dich bei mir, dann räumen wir gemeinsam auf.

Alles Liebe und bis bald,

Unterschrift Marion

Über die Autorin

Marion Lindert