Navigator-Methode: So findest du das optimale Design für dich und deine Kund:innen

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Marion Lindert

Du probierst und probierst, doch dein Design wird irgendwie nicht passend? Du hast ein Design gestaltet, das du genial findest, doch deine Kund:innen reagieren nicht einmal darauf? Willkommen im Club.

Wenn dein Design chaotisch wirkt oder du das auswählst, das dir spontan gefällt, liegt das Problem selten an den einzelnen Schriftarten oder Formen. Neue Layouts, andere Schriftarten oder Farben helfen nur oberflächlich weiter. Das ist Symptombekämpfung, aber kein klarer Weg.

Ein Design, das wirklich zu dir passt, entsteht nicht durch Ausprobieren oder das Verwenden einer tollen Vorlage oder eines Prompts. Dieses Design entsteht durch eine klare Strategie. Eine Strategie, die dir den Weg zeigt, ohne aber zu eng zu sein. Genau hier setzt die Navigator-Methode an.

Warum unser Hirn uns in die Irre führt

Wir lieben das, was wir gewohnt sind, und wir lieben das, wo wir selbst schon viel Energie hineingesteckt haben. Genauso ist das beim Design. Unser Gehirn liebt Muster und Gewohnheiten, und wenn du dein Design selbst erstellt hast, kannst du nur mehr schwer objektiv beurteilen, ob dein Design jetzt „wirklich gut“ ist oder vielleicht doch noch überarbeitet werden sollte.

Kennst du das, dass du deine alte Lieblingsjeans einfach liebgewonnen hast, egal wie löchrig und hässlich sie schon geworden ist? Und eine neue Jeans keine Chance hat, auch wenn sie objektiv noch so perfekt zu dir passen würde? Hier kommt auch noch das emotionale Naheverhältnis hinzu, schließlich habt ihr schon viel gemeinsam erlebt. Also fällt es dir zusätzlich schwer, dich von diesem Kleidungsstück zu trennen.

Dasselbe gibt es auch beim Design: Wenn dein Logo von dir oder deinem Kind gemalt wurde, dann bist du jedes Mal gerührt, wenn du es siehst.

Doch Achtung: Deinen Kund:innen wird es ziemlich egal sein, ob dein Logo von deinem Kind, von dir oder von einem Star-Designer erstellt wurde. Sie werden im besten Fall die Energie spüren, die dahinter steckt, doch im Endeffekt wollen sie nur sehen, was für sie dabei rausschaut, wenn sie deine Dienstleistungen in Anspruch nehmen.

Was schnelle Tools nicht leisten können

Tools wie Canva, ChatGPT oder Nano Banana erstellen beeindruckende Designs, daran gibt es keinen Zweifel. Du stellst ihnen Inhalte zur Verfügung bekommst rasch ein tolles, ästhetisches Ergebnis.

Doch die unbequeme Wahrheit lautet: Diese Tools greifen auf bestehende Daten zurück, kombinieren sie mit deinen neu und fertig.

Wie ein Kartendienst, der neue Ziele mit historischen Stadtplänen berechnet. Oder wie ein Fax, das alles Farbige erst mal auf Schwarz-Weiß runterstaucht, weil mehr halt nicht drin ist.

Das Ergebnis kann schön, grandios oder super klar sein, aber es ist möglicherweise gar nicht deine Richtung. Denn Design ist nichts absolutes, sondern eine Sprache mit visuellen Mitteln. Und ein vorgefertigtes, generiertes Design ohne Feinabstimmung ist wahrscheinlich nicht das, das deine Kund:innen direkt zu dir führt.

Warum passiert das?

Weil schnelle, hübsche Lösungen verlockend sind. Ein Klick: Sichtbarkeit. Eine Eingabe: Logo. Zwei Sätze: Website. Diese Versprechungen fühlen sich gut an, aber helfen dir selten langfristig weiter.

Deine Kund:innen spüren diese Oberflächlichkeit. Nicht immer bewusst, aber sie spüren es. Sie können möglicherweise schwer erkennen, wofür du wirklich stehst. Dein Auftritt wirkt inkonsistent und möglicherweise austauschbar.

Denn: Gestaltung wirkt immer, ob bewusst oder einfach so passiert. Und deine Kund:innen nehmen Details wahr, die du vielleicht gar nicht beabsichtigt hast und von jemandem der nicht speziell geschult ist, kaum zu benennen sind.

Als Designer:in ist es meine Aufgabe, zu prüfen, ob dein visueller Auftritt wirklich das erzählt, was du vermitteln möchtest, und ob er in die Richtung führt, in die du willst. Wenn Design strategisch aufgebaut ist, entsteht ein in sich stimmiger Auftritt, der klar, glaubwürdig und verlässlich wirkt, und für deine Kund:innen sofort verständlich ist.

Darum arbeite ich mit der Navigator-Methode.

Was ist die Navigator-Methode?

Die Navigator-Methode ist ein strategischer Prozess, der Orientierung vor Gestaltung stellt. Wir gestalten nicht einfach, was uns gefällt, sondern legen am Anfang fest, wohin uns die Gestaltung eigentlich bringen soll.

Bevor wir gestalten, klären wir zum Beispiel:

  • Was brauchen deine Kund:innen wirklich?
  • Wo steht deine Marke oder Website heute?
  • Welche Richtung bringt dich dorthin, wo du hinwillst?

Erst dann beginnt die Gestaltung.

Die drei Phasen der Navigator-Methode

Ich habe die Navigator-Methode in drei Phasen geteilt, damit sie einfach zu verstehen und anzuwenden ist.

1. Verstehen: den Standort bestimmen

Wir analysieren den Ist-Zustand:

  • Was erwarten deine Kund:innen?
  • Was unterscheidet dich vom Wettbewerb?
  • Wie wirkt dein aktueller Auftritt und warum?

So entsteht ein präzises Bild deiner Ausgangslage.

2. Ausrichten: den Kurs festlegen

Aus diesen Erkenntnissen entwickelt sich die Richtung. Wir definieren deine Ziele, priorisieren sie und gestalten einen Weg, der realistisch, sinnvoll und klar ist. So erreichst du zügig erste Etappenziele, ohne dich zu verzetteln oder ziellos im Kreis zu fahren.

3. Gestalten: das konkrete Design

Jetzt bringen wir deine Inhalte in Form. Je nach Ziel entsteht ein Branding, eine Website, ein Magazin, eine Salespage oder etwas anderes.

Dabei bleiben wir flexibel und überprüfen regelmäßig, ob der Kurs noch passt. Verändert sich etwas, entwickeln wir das Design mit, ohne alles neu bauen zu müssen. So bleibt dein Auftritt sowohl stabil als auch anpassungsfähig.

Warum die Navigator-Methode funktioniert

Als ich mit Design begonnen habe, waren die ersten Ergebnisse Zufallstreffer. Mal war das Resultat wirklich großartig und ich habe mich auch wie die Größte gefühlt, und ein anderes Mal wollte ich am liebsten im Boden versinken. Erst als ich einerseits die Designsprache besser verstanden habe und andererseits begonnen habe, zielgerichtet zu gestalten, wurden meine Designs so gut, dass ich mich an Kundenprojekte herangetraut habe.

Mittlerweile habe ich die Navigator-Methode in zahlreichen Kundenprojekten erfolgreich eingesetzt, sie dient mir als hilfreicher Leitfaden, um zielgerichtet praxistaugliche Lösungen zu finden.

Und das beste ist: Sie hilft mir nicht nur bei der visuellen Gestaltung sondern auch, um komplexe Inhalte zu sortieren, wichtiges zu priorisieren und dabei immer die Zielgruppe im Blick zu haben.

Ein Navigationssystem funktioniert, weil es den Weg ständig überprüft, korrigiert und anpasst und nicht, weil man es einmal einstellt und stur dieser Route folgt.

Genauso arbeitet die Navigator-Methode:

  • Schritt für Schritt.
  • Mit klaren Etappenzielen.
  • Mit der Möglichkeit, anzuhalten, weiterzugehen oder fein zu justieren ohne die Orientierung zu verlieren.

So entsteht ein Auftritt, der dir Sicherheit gibt, und deinen Kund:innen sofort zeigt: Hier bist du richtig.

Wo die Navigator-Methode ideal ist

Da die Navigator-Methode sehr einfach ist, kannst du sie quasi überall einsetzen. Ich finde, sie ist besonders hilfreich für

  • EPUs und KMUs, die ihr Design bewusst strategisch entwickeln wollen.
  • Unternehmer:innen, die wissen, wer sie sind und das klar zeigen möchten.
  • Aufbereitung komplexes Inhalte wie IT-Security, Fachmagazine und Benutzerhandbücher, für ein bestimmtes Publikum.

Sie funktioniert für Websites, Magazine, Social Media und ganze Themenkomplexe. Sie funktioniert also überall dort, wo du klar, einzigartig und alltagstauglich kommunizieren willst.

Fazit

Die Navigator-Methode verhübscht nichts. Sie funktioniert wie ein echtes Navigationssystem: Du weißt, wo du stehst. Du kennst deine Ziele. Und du bleibst flexibel, wenn sich etwas ändert. Sie ist einfach und praktisch anzuwenden.

So entsteht Design, das für dich arbeitet, Orientierung schafft und deine Kund:innen auf dem Weg zu dir abholt.

Hast du Lust, deine Ziele mit Klarheit und Richtung anzugehen und willst dabei Unterstützung? Dann lass uns gerne kennenlernen.

Alles Liebe und bis bald,

Unterschrift Marion

Über die Autorin

Marion Lindert

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