5 Tipps um mit Webdesign zu starten, ohne Überforderungsfrust

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Marion Lindert

Du überlegst, dir selbst eine Website zu erstellen? Du fängst erst an oder hast noch wenig Erfahrung? Dann möchte ich dir fünf Tipps mitgeben, die dir helfen, von Beginn an strukturiert zu arbeiten.

Starte klein und überlegt

Gerade am Anfang ist die Versuchung groß, alles Mögliche einzubauen, was du an Funktionen entdeckst:

  • „Ein Slider mit Effekten, das sieht modern aus!“
  • „Diese Animation macht die Seite lebendig.“
  • „Ein Hintergrundvideo mit Ton, das beeindruckt bestimmt.“
  • „Diese Schnörkel-Schrift wirkt richtig edel.“
  • „Ich schreibe lieber alles rein, was ich weiß, so sind die Besucher:innen umfassend informiert.“

Das Problem: So wird deine Website schnell überladen und unübersichtlich und du weißt nicht mehr, was du als nächstes machen sollst.

Selbst mit den besten Tools oder KI-Generatoren geht es eben nicht „auf Knopfdruck“. Sie helfen zwar, schneller voranzukommen, aber den Feinschliff und die inhaltliche Arbeit musst du trotzdem selbst machen. Und das kann eine ganze Menge an Arbeit werden.

Mein Tipp: Fang klein an, mit klarer Strategie. Sorge dafür, dass deine Website online geht auch wenn sie noch nicht perfekt ist. Später kannst du jederzeit erweitern, anpassen und Details hinzufügen.

Wähle Vorlagen nicht nur nach Geschmack

Natürlich ist das Internet voll mit hübschen Website-Templates. Aber lass dich nicht allein vom Design leiten. Eine Vorlage, in die du dich verliebt hast, ist nicht automatisch die, die deine Inhalte optimal transportiert.

Überlege dir zuerst: Was will ich zeigen? Wer ist meine Zielgruppe?

Wenn du das klar hast, kannst du gezielt nach einer Vorlage suchen, die deine Ziele unterstützt. Dann darf sie auch gerne „schön“ aussehen.

Erst das Angebot, dann das Branding

Viele wollen mit einem Logo starten, vielleicht, weil es greifbar ist. Ich sage das als Grafikerin: Ein Logo und ein ausgefeiltes Branding sind am Anfang nicht das Wichtigste.

Bevor du dich mit Farben, Schriften und Logo-Design beschäftigst, brauchst du ein klares Angebot. Denn was nützt das schönste Design, wenn du nichts hast, das du deinen Besucher:innen tatsächlich anbieten kannst?

Ein einfaches Logo reicht für den Start völlig aus. Manche Website-Vorlagen funktionieren sogar ganz ohne Logo.

Und: In der Anfangsphase ändern sich Angebot und Marketing oft noch. Erst wenn du Kund:innen hast und dein Platz am Markt klarer ist, lohnt sich der Aufwand für ein umfangreiches visuelles Branding.

Ohne Ziel kein Design, ohne Ziel kein Marketing

Design ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug. Es unterstützt dich dabei, deine Ziele zu erreichen. Aber dafür musst du deine Ziele kennen.

Stell dir vor, du schießt mit Pfeil und Bogen ohne Zielscheibe. Irgendetwas wirst du treffen, aber wahrscheinlich nicht das Richtige. Mit einer klaren Zielscheibe ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass du triffst. Und wenn du einmal danebenliegst, kannst du nachjustieren.

Ohne Strategie vergeudest du also Zeit, Energie und Geld. Deshalb starte dein Website-Projekt mit klaren Zielen, so wie ich es auch in Kundenprojekten mache.

Ich beginne immer mit einem ausführlichen Gespräch um herauszufinden, was die Ziele sind, was das Angebot einzigartig macht und wie sich meine Kund:innen von ihren Mitbewerber:innen unterscheiden.

Nutze keine Ressourcen, von denen du die Rechtslage nicht kennst!

Im Internet gibt es unzählige Plattformen mit kostenlosen Bildern, Schriften oder Vorlagen. Klingt verlockend, aber hier gibt mehrere Fallstricke, denn viele Ressourcen stammen aus Ländern in denen die Rechtslage anders ist als bei dir.

Im deutschsprachigen Raum, sind Urheberrecht und Datenschutz streng, achte daher unbedingt darauf, ob die dortige Lizenz und Technik mit den Regeln im DACH-Raum vereinbar ist. Und der Vollständigkeit halber möchte ich noch darauf hinweisen, dass du du dich versicherst, dass die Plattform selbst von der du die Ressource holst, seriös ist.

Hier sind ein paar Fallstricke:

Design

  • Manche kostenlosen Logos dürfen nicht als Marke eingetragen werden.
  • Schriften sind oft nur privat nutzbar, für Websites brauchst du gesonderte Lizenzen.
  • Bilder dürfen manchmal nur einmalig eingesetzt werden, für weitere Nutzungen fallen zusätzliche Kosten an.
  • Vorlagen können geschützte Designs kopieren.
  • Fremde Logos ohne Erlaubnis einzubinden, kann Markenrechte verletzen.
  • Viele Lizenzen verpflichten dich, den/die Urheber:in klar zu nennen.

Inhalt

  • Zitate sind geschützt, können aber im Rahmen des Zitatrechts genutzt werden.
  • Texte wie Datenschutzerklärungen darfst du nicht kopieren, sie sind urheberrechtlich geschützt und passen rechtlich oft nicht zu deiner Website.
  • Fotos sind immer geschützt. Zusätzlich brauchst du bei den meisten erkennbaren Personen deren Einwilligung.
  • Creative-Commons-Lizenzen werden oft falsch verstanden. Nicht jede erlaubt kommerzielle Nutzung.

Webtechnik

  • Plugins oder Themes haben unterschiedliche Lizenzen, wer das nicht prüft, riskiert Rechtsverletzungen.
  • Auch kleine Codeschnipsel können urheberrechtlich geschützt sein.
  • Datenschutz: Tracking ohne Einwilligung können gegen die DSGVO verstoßen.
  • Security: Nutze technische Lösungen nur aus seriösen Quellen und versichere dich, dass sie immer am aktuellsten Stand sind.

Fazit

Eine Website ist wichtig um im Internet sichtbar zu sein. Auch wenn viele munkeln, dass es bald keine Websites mehr geben wird, glaube ich nicht daran. Dann eine Website ist wie ein Schaufenster zur Straßenseite hinaus. Es ist der Ort, den jede:r besuchen kann, ohne irgendeine Registrierung oä.

Ich empfehle dir, klein zu starten, deine Ziele und deine Zielgruppe klar im Blick zu haben und genau zu prüfen, welche Ressourcen du nutzt. So vermeidest du Frust und baust dir Schritt für Schritt eine Website auf, die nicht nur schön aussieht, sondern auch funktioniert.

Gutes Gelingen!

Alles Liebe und bis bald,

Unterschrift Marion

Über die Autorin

Marion Lindert

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